Das Aussteigerprogramm Linksextremismus des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) ist ein Beitrag zum Maßnahmenkatalog der Bundesregierung gegen Extremismus und Gewalt und für mehr Toleranz und Demokratie. Damit ist es Teil des ganzheitlichen Ansatzes zur umfassenden Auseinandersetzung mit allen Erscheinungsformen des Extremismus. Das Programm richtet sich an Personen, die sich dazu entschieden haben, sich aus dem Einflussbereich linksextremistischer Strukturen zu lösen, den Ausstieg jedoch aus eigener Kraft nicht schaffen.
Das BfV motiviert mit dem Aussteigerprogramm Personen zu einem Ausstieg aus der linksextremistischen Szene, bestärkt sie in ihrer Entscheidung und unterstützt sie bei weiteren Schritten aus dem linksextremistischen, insbesondere gewaltbereiten Umfeld.
Hierzu ist unter der
Rufnummer 0221/792-6600 rund um die Uhr ein Kontakttelefon geschaltet, über das Ausstiegswillige in Kontakt zu Mitarbeitern des Aussteigerprogramms treten können. Eine weitere Möglichkeit zur Kontaktaufnahme besteht über die E-Mail-Adresse
aussteiger@bfv.bund.de.
Allen Personen, die sich über die o.g. Kontaktmöglichkeiten an das Aussteigerprogramm wenden, sichert das BfV absolute Vertraulichkeit zu.
Nach einem ersten Gespräch, das lediglich der Herstellung des Kontaktes des oder der Ausstiegswilligen mit dem BfV dient, wird ein Folgegespräch vereinbart. Bei diesem treten - nach Prüfung der Ernsthaftigkeit des Anliegens - geschulte Mitarbeiter des BfV mit dem Anrufer in persönlichen Kontakt.
Das Aussteigerprogramm bietet dem Hilfesuchenden eine Vielzahl individueller und unterstützender Maßnahmen, bei denen der Grundgedanke "Hilfe zur Selbsthilfe" stets im Vordergrund steht. Dazu ist die Bereitschaft des oder der Ausstiegswilligen erforderlich, im Rahmen des Programms eindeutig aus der linksextremistischen Szene auszusteigen. Die mögliche Unterstützung richtet sich stets nach den Anforderungen des Einzelfalls. Zu den Maßnahmen des BfV, bei denen bundesweit mit staatlichen und nichtstaatlichen Trägern von Hilfsangeboten kooperiert wird, zählen beispielsweise:
- Unterstützung bei der Arbeitsplatz- und Wohnungssuche,
- Unterstützung bei der Vermittlung von schulischen oder beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen,
- Beratung und Knüpfen von Kontakten zu Justiz, Behörden und Arbeitgebern,
- Vermittlung externer Hilfsangebote, z.B. bei Alkohol- und Drogenproblemen oder Überschuldung.
Darüber hinaus stellt das Aussteigerprogramm eine Beratungsstelle für Familienangehörige und Freunde von Angehörigen der linksextremistischen Szene dar.